Online-Museum für Kunst und Wissen
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Blumenmotive Ölgemälde

Künstlerische Farbtherapie: Leitfarbe gelb

Die gelbe Farbe unterstützt mit ihren Frequenzen die Anteile des menschlichen Biofeldes, die als Emotionen des Glücks und der eigenen Vollkommenheit empfunden werden. Auf der funktionellen Ebene werden Zellreifungsprozesse unterstützt  und auf der organischen Ebene - Magen, Milz, Bauchspeicheldrüse und Bindegewebe.

Gemäldegalerie: Blumenmotive Öl auf Leinen

Impressionistin Sylvia Wanner, Maltechnik Öl auf Leinen:

  1. Violette Dahlien, 60 x 80 cm, 1998, Nr. 22;
  2. Begonien im Garten, 60 x 80 cm, 1998, Nr. 22;
  3. Orchideen, 60 x 80 cm, 1999, Nr. 150;
  4. Flieder in der Vase, 60 x 60 cm, 2011, Nr. 465;
  5. Narzisse, 60 x 60 cm, 2011, Nr. 461;
  6. Sonnenblumen, 60 x 80 cm, 2001, Nr. 164;
  7. Sechs Rosen, 60 x 70 cm, 2000, Nr. 91.

Weitere Gemäldegalerien der Künstlerin Sylvia Wanner

Das unaufhaltsame Streben nach Kunst

Lebenslauf der Impressionistin Sylvia Wanner

Sie gehört zu den Nachkommen einigen wenigen deutschen Adelsfamilien, die sich Anfang des 18. Jahrhunderts gewagt haben, aus dem damals überbevölkerten Deutschland nach Russland auszuwandern, wo Katharina die Große Glaubensfreiheit, politische Unantastbarkeit und unendlich viel Land versprochen haben soll.

 

Und so geschah es, dass mehrere Generationen tatsächlich ein glückliches Leben geführt haben und nicht ahnen konnten, dass irgendwann im Zuge der Oktober-Revolution die mittlerweile groß gewordene Familie von Berg bis auf wenige Frauen und Kinder gewaltsam reduziert würde. Reichtum, Adel und ausländische Herkunft werden den Nachkommen ehemals mächtigen deutschen Familien zum Verhängnis. Wer nicht untertaucht oder Identität ändert, wird erschossen.

 

Die Situation spitzt sich zu, als der II. Weltkrieg ausbricht. Ab diesem Zeitpunkt wird jeder Deutsche zum potentiellen Staatsverräter erklärt. In dieser verrückt gewordenen Zeit wird Sylvia geboren. Auch sie als einjähriges Kind ist bereits ein Feind und wird wie sämtliche Russlanddeutsche nach Sibirien deportiert.

 

Ihr Vater stirbt im Alter von 27 Jahren, ausgehungert in einem Arbeitslager. Mutter, die auf dem Feld schwer arbeitet und ihren "Pojok" mit drei Kindern und Oma teilen muss, hält nur vier Jahre durch, erkrankt schwer und ist gezwungen, ihre Kinder vorübergehend in ein Heim abzugeben.

 

Aus den geplanten paar Monaten werden Jahre. Und Sylvia - ein kleines, zartes Mädchen mit blonden Locken und eisernem Wille - beißt sich durch. Sie beißt sich durch den Fremdenhass der Kinder, hartes sibirisches Klima und wüsste Epidemien, die die Kinderheimbewohner stapelweise in den Tod reißen.

 

Das Kinderheim selbst ähnelt eher einem Gefängnis, wo jede Minute von Kindern fest verplant ist: Sie hacken Holz, kochen, waschen, bügeln, nähen. Zeit für sich alleine zu beanspruchen ist ein Luxus, der ihnen selten gegönnt wird. Aber Sylvia findet einen Trick heraus: Sie nimmt sich Zeit, indem sie weniger schläft. Mit einer Taschenlampe unter die Decke gekrochen, liest sie heimlich über die fernen Länder und über die früheren Zeiten. Und sie malt mit den abgebrochenen, mühsam gesammelten Kernstücken von Bleistiften. Und sie malt schneller, besser, ausdrucksvoller.

 

Mit 15 wird sie aus dem Kinderheim entlassen und fährt nach Mittelasien, wo sie zum ersten Mal in ihrem Leben frisches Obst sieht. Fasziniert von der Pracht des persischen Landes, würde sie am liebsten nur noch malen, doch die nötigen Mittel fehlen.

 

Erst nach der Heirat, vom Ehemann unterstützt, beginnt sie ihre akademische Kunstausbildung im Rahmen eines Fernstudiums an der Moskauer Universität. Sie arbeitet hart, um das umfangreiche Programm termingerecht zu erfüllen. Denn mittlerweile mit einem Kind bestückt und im Krankenhaus als Hebamme tätig, hat sie auch andere Aufgaben zu erfüllen. Sie malt begeistert, von ihren großen Vorbildern van Gogh, Gauguin und Claude Monet angespornt.

 

Aber die harte Kindheit und viele Jahre erschöpfender Nachtarbeit als Hebamme bleiben nicht ohne Folgen. Nach der Geburt der zweiten Tochter beginnt eine schwere Erkrankung, und mit ihr 15 lange Jahre voller Schmerz, Schlaflosigkeit und Verzweiflung. Sie wiegt zeitweise nur noch 35 Kilo und ist pflegebedürftig.

 

Umsonst bemüht sich die Universitätsdozentin Sylvia zur Malerei zu bewegen, die in der "Freiheit des Pinselstriches" und ungewöhnlicher Ausdruckskraft der Farben große Zukunft sieht. Denn fast jede Arbeit, die nach Moskau geschickt wurde, verbleibt dort als Vorzeigeobjekt für andere Studenten.

 

Aber der Tod scheint immer näher zu rücken, die Farben verblassen, werden trübe. Die wenigen Selbstbildnisse, die sie in dieser Zeit malt, spiegeln ihren Seelenzustand exakt wider: Lebensmüdigkeit, Erschöpfung, Schrei nach Hilfe.

 

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung werden die Bemühungen des ebenfalls deutschstämmigen Ehemanns, nach Deutschland auszureisen, immer aktiver und zunehmend frustrierender. Selbst Arzt vom Beruf, sieht er keine Möglichkeit in der Sowjetunion für die Genesung der Ehefrau. Denn russische Ärzte haben Sylvia schon längst aufgegeben - schließlich verlaufe die Erkrankung fast immer tödlich.

 

Die Sowjetunion ist Ende der 70-er zwar kein stalinistisches Land mehr, toleriert aber Ausreisewillige keineswegs. Erneut beginnen Schikanen seitens KGB. "Verräter" werden auf Schritt und Tritt beobachtet, die Post wird geöffnet, das Telefon und die Wohnung werden abgehört.

 

Mit der "Perestrojka" weht ein neuer politischer Wind, und auch Familie Wanner bekommt nach drei  Jahrzehnten die langersehnte Genehmigung zur Ausreise nach Deutschland. Im Sommer 1990 ist sie wieder da in Nordrhein-Westfalen - im Land ihrer Vorfahren.

 

Dank der fortschrittlichen Medizin in Deutschland kommt es bald zur Stabilisierung des gesundheitlichen Zustands. Und sobald die Mittel erlauben, malt Sylvia weiter - besser als je zuvor.

 

Ihre Öl- und Aquarellbilder sind eine aufregende Reise in die sonnendurchflutete Welt der strahlenden Blumen und ewig grünen Wiesen. Sie vermitteln unerschöpfliche Lebensfreude und überraschen mit ungewöhnlich klaren und ausdrucksstarken Farben.

 

Sie hat zwar ihre damals im Kinderheim "rausgeprügelte" deutsche Muttersprache noch nicht wieder erlangt, doch die Kunst braucht keine Worte.

 

Sehen Sie Sonne, Blumen und Obst mit den Augen einer in Sibirien aufgewachsenen Künstlerin...

 

"Das unaufhaltsame Streben nach Kunst"

Angelika von Riesental, 2000.

Impressionistin Sylvia Wanner Impressionistin Sylvia Wanner

Sylvia Wanner auf dem Balkon ihrer Wohnung in Köln.

Über die Maltechnik der Künstlerin erfahren Sie auf folgender Seite.

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